„Kükürükükü“

„Ich dreh dem Hahn den Hals um“, brummt Kautsch Uwe, zieht sich genervt das mit Entenfedern gefütterte Kopfkissen über sein Haupt. Die Haare liegen gut. Immerhin.

„Kautsch, keep cool. Morgen früh kack ich dem Horoz auf seinen Kamm“, krächzt Uwe, die Möwe, wohlwissend, wie er Herrchen von der Unverzichtbarkeit seiner Anwesenheit überzeugen kann.

Zwei Stunden weiter, steht Chef-Kautsch Uwe auf dem Trainingsplatz vor komplett versammelter Mannschaft und unter Beobachtung von circa quasi 298 neugierigen RWE-Fans. Seine Gesten – mal vier, dann fünf, dann drei Finger hoch – deutet man als taktischen Hinweis, mit welcher Kette der Laden dicht gemacht werden soll. Sämtliche Köpfe drehen sich in Richtung ohrenbetäubendem Lärm. Laut schnaufend schieben Co Trainierer Dominik Ernst, Paule Freier, Aaron Beißwenger sowie Torwartformer Manuel Lenz eine Art Betonmischmaschine auf das Gelände. „Was soll das denn?“, brüllt Uwe Koschinat ungehalten. „Kautsch, das ist eine Schneekanone. Christian (Flüthmann – Anm. der Redaktion) meint, es wäre besser, die wahrscheinlichen Witterungsbedingungen beim Spiel gegen die Sechziger zu simulieren.“  Koschi ist sekundenbruchteile sprachlos. „Das ist doch nicht Dein Ernst!?“, prustet er in Richtung Dominik. Das Staff-Quartett rührt sich nicht, alle blicken unsicher auf den grünen Rasen.

Unvermittelt baut sich WAZ-Mann Martin Herms vor dem Übungsleiter auf, Handykamera bereits scharf geschaltet. „Herr Koschinat, ist das etwa die von Ihnen erhoffte Kanone?“ Bevor Herr K. reagieren kann, zieht Pressesprecher Henric Lerch den engagierten Redakteur vonne Funke-Mariechen aus der Gefahrenzone.

Mit lautem Getöse sprudeln Massen schneeähnlicher Flocken aus der Monstermaschine.

P.S. Der Vorfall und was danach geschah, wird natürlich von der Presse verschwiegen. Ist morgen eh alles Schnee von gestern.

Aber eine Story muss ich euch noch die Tage nachreichen….

gez. Black Berry, rasender Reporter vom Tollhaus-Hafenstraße